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Glossar zum Forschungsdatenmanagement

Info

Dieses Glossar basiert auf dem Glossar des RADAR-Projekts und auf Artikeln des Wikis forschungsdaten.org.

Bitstream Preservation

Digitale Daten bestehen aus einer festen Abfolge von Bits (sogenannter Bitstream), mit den Werten 0 oder 1 die auf einem Datenträger gespeichert werden. Bitstream Preservation ist die Fähigkeit, den Bitstream über einen Technologiewechsel hinaus zu erhalten. Sie ist eine Grundvoraussetzung für die digitale Langzeitarchivierung.

Creative Commons-Lizenzen

Um eine maximale Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Forschungsdaten zu gewährleisten, die prinzipiell dem Urheberrecht unterliegen können, kann die Vergabe zusätzlicher Nutzungsrechte z.B. durch eine entsprechende Lizenzierung der Daten in Betracht gezogen werden. Die Verwendung liberaler Lizenzmodelle, insbesondere der weltweit anerkannten Creative Commons (CC) Lizenzen, ist dabei eine Möglichkeit, Bedingungen für die Nachnutzung der publizierten Forschungsdaten nachvollziehbar festzulegen.

Data-Journal

Data-Journals publizieren Artikel (sogenannte Data Paper) die eine detaillierte Beschreibung von Datenerhebungsprozessen, Instrumenten und/oder Methoden dokumentieren. Die Datensätze selbst werden hier nicht gespeichert. Die Beschreibung der Datensätze dient zur bestmöglichen Nachnutzung der Daten.

Dateiformat

Wesentlich für die nachhaltige Archivierung von digitalen Daten ist die Entscheidung für das richtige digitale Format. Die Formatierung sollte, falls vorhanden, mit den nationalen oder internationalen Vorgaben der jeweiligen Fachdisziplin übereinstimmen. Um die Nachnutzbarkeit digitaler Daten sicherzustellen haben sich im Laufe der letzten Jahre einige Formate bewährt. Eine Übersicht bietet das RADAR-Projekt.

Datenarchiv

In Bezug auf digitale Forschungsdaten ist ein Datenarchiv eine Einrichtung, die Daten für einen längeren Zeitraum in ihrem Original-Zustand aufbewahrt. Werden zusätzlich Dienste wie die regelmäßige Migration in neuere Datenformate  oder die online-Publikation angeboten, handelt es sich um ein Repositorium. Häufig werden beide Begriffe aber auch synonym verwendet.

Datenbankschutzrecht

Das deutsche Datenbankschutzrecht orientiert sich an der Richtlinie 96/9/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 1996 über den rechtlichen Schutz von Datenbanken. Es bezieht sich nicht auf die Inhalte einer Datenbank, die wieder für sich genommen dem Urheberrecht unterliegen können, sondern auf die systematische oder methodische Zusammenstellung als solche. Das Datenbankschutzrecht schützt eine Datenbank für die Dauer von 15 Jahren vor ungenehmigter Nutzung und Vervielfältigung, sofern für ihre Erstellung eine "wesentliche Investition" von Geld, Zeit, Arbeitskraft usw. notwendig war (Erreichung der sogenannten "geistigen Schöpfungshöhe").

Datenmanagementplan (DMP)

Ein Datenmanagementplan beinhaltet und dokumentiert Art und Inhalte von Forschungsprojekten im Bezug auf den Umgang mit Forschungsdaten. Ein DMP wird im Idealfall vor Beginn eines Forschungsprojektes erstellt, ist aber ein dynamisches Dokument, dass sich im weiteren Verlauf des Projektes verändert.

Datenschutz

Unter Datenschutz werden technische und organisatorische Maßnahmen gegen den Missbrauch von personenbezogenen Daten verstanden. Ein Missbrauch liegt vor, wenn solche Daten unbefugt erhoben, verarbeitet oder genutzt werden. Geregelt ist der Datenschutz in der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutzrichtlinie), im Bundesdatenschutzgesetz und in den entsprechenden Gestzen auf Ebene der Bundesländer, z.B. im Niedersächsischen Datenschutzgesetz. In der Forschung fallen personenbezogene Daten insbesondere in medizinischen und sozialwissenschaftlichen Studien an. Die Verschlüsselung und Aufbewahrung an besonders gesicherten Orten ist hier zwingend erforderlich. Durch nachträgliche Pseudonymisierung oder Anonymisierung kann der Personenbezug aber soweit aufgehoben werden, dass sogar eine Publikation dieser Daten rechtlich möglich wird.

Datensicherung

Datensicherung ist die temporäre Duplizierung von Daten zur Vermeidung von Datenverlust aufgrund technischer Störungen. Die Datensicherung umfasst in der Regel die Synchronisation der aktuell verwendeten Arbeitsumgebung. Für bestmögliche Sicherheit sollten mindestens zwei Kopien an jeweils unterschiedlichen Orten existieren. Daten auf Servern des Rechenzentrums der Leibniz Universität Hannover werden auomatisch mehrfach gesichert.

Digital Object Identifier (DOI)

Ein DOI ist ein persistenter Identifier, der zur Zitierung und Verlinkung digitaler Objekte verwendet wird – er identifiziert das Objekt eindeutig und permanent. Ein DOI besteht aus einer zweigliedrigen Struktur, bestehend aus einem Präfix und Suffix, (z.B. DOI: 10.1000/123456). Weitere Informationen zur DOI-Registrierung von Forschungsdaten finden Sie beim DOI-Service der Technischen Informationsbibliothek.

Embargo

Ein (zeitliches) Embargo definiert einen Zeitraum, in welchem nur die Beschreibung (Metadaten) der Forschungsdaten öffentlich zugänglich sind, die zugehörige Daten aber noch nicht. Ein Embargo kann verwendet werden, wenn Forschungsdaten (z.B. im Rahmen eines Peer-Review-Prozesses) zeitverzögert publiziert werden sollen.

Enhanced Publication

Der Begriff 'Enhanced Publication' beschreibt die elektronische Publikation eines wissenschaftlichen Artikels, welche mit den dazugehörigen öffentlich zugänglichen digitalen Forschungsdaten verknüpft ist.

Forschungsdaten

Als Forschungsdaten werden alle Daten bezeichnet, die im Zuge wissenschaftlichen Arbeitens anfallen. Sie bilden die Grundlage aktueller und potentiell zukünftiger wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Forschungsdatenmanagement

Forschungsdatenmanagement beinhaltet die Organisation und Verwaltung digitaler Daten, die während eines Forschungsprozesses entstehen. Das schließt alle Tätigkeiten zur Planung von Forschungsaktivitäten, Erzeugung, Dokumentation, Analyse, Speicherung, Archivierung und Publikation digitaler Daten ein.

Gute wissenschaftliche Praxis

Die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis dienen als Orientierung im Rahmen wissenschaftlicher Arbeitsprozesse. In Deutschland sind diese Regeln z.B. in den Empfehlungen der Deuschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis zu finden. Empfehlung 7 beinhaltet dabei, dass "Primärdaten als Grundlagen für Veröffentlichungen auf haltbaren und gesicherten Trägern in der Institution, wo sie entstanden sind, zehn Jahre lang aufbewahrt werden" sollen. Damit soll gewährleistet sein, dass Forschungsergebnisse überprüfbar werden. Eine Publikation der Daten fördert zudem die Nachnutzbarkeit der Forschungsdaten.

Harvesting (Metadaten)

Bezeichnet das systematische und automatisierte Sammeln und Aufbereiten von Metadaten aus Datenbanken, Repositorien sowie anderen digitalen Quellen. Die Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und Nachnutzbarkeit der publizierten Forschungsdaten kann damit erhöht werden.

Langzeitarchivierung, funktionale

Die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten ist ein Verfahren, Daten für einen unbestimmten Zeitraum, über technologische und soziokulturelle Veränderungen hinaus, verfügbar und interpretierbar hält. Im Unterschied zur Datensicherung, müssen die Daten bei der Langzeitarchivierung jederzeit decodierbar und lesbar erhalten werden, und beispielsweise in andere Dateiformate migriert werden.

Metadaten

Metadaten werden oft als 'Daten über Daten' bezeichnet und dienen dazu, die unterschiedlichen Informationen zu digitalen Objekten zu kategorisieren und zu charakterisieren: Technische Metadaten beinhalten z.B. Angaben zu Datenvolumen und Datenformat und sind für eine nachhaltige Datenspeicherung von zentraler Bedeutung. Deskriptive Metadaten (auch beschreibende oder Content-Metadaten genannt) geben Auskunft über die in digitalen Objekten enthaltenen (z.B. wissenschaftlichen) Informationen und entscheiden damit über deren Auffindbarkeit, Referenzierung und Nachnutzbarkeit.

Persistent Identifier

Ein persistent Identifier ist ein permanenter Bezeichner einer digitalen Ressource. Er identifiziert die digitale Ressource dauerhaft und eindeutig und zeichnet sich durch eine strikte Trennung von Ressource und Standortreferenz der Ressource aus.Ein Digital Object Identifier (DOI) ist ein sogenannter persistent Identifier.

Primärdaten

Primärdaten werden oft synonym zu Forschungsdaten verwendet (siehe Forschungsdaten). In manchen Fällen bezieht sich der Begriff allerdings lediglich auf Rohdaten und nicht unbedingt auf bearbeitete Forschungsdaten.

Publikation von Daten

Um Daten zu publizieren, müssen Sie in einem geeigneten Repositorium abgelegt werden und dort über das Internet öffentlich abrufbar sein. Viele Repositorien bieten auch die Möglichkeit der Beschränkung des Zugangs auf bestimmte Personengruppen (z.B. nur Wissenschaftler) und der Zugänglichmachung auf Antrag und nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Urhebers der Daten. Um publizierte Daten langfristig zitierbar zu machen, sollten Sie über einen permanenten Link abrufbar sein. Dies wird durch die Vergabe eines persistenten Identifiers, z.B. eines DOI (Digital Object Identifiers) gewährleistet.

Repositorium

Als Repositorium wird eine Einrichtung bezeichnet, die digitale wissenschaftliche Objekte über einen unbegrenzten Zeitraum aufbewahrt, pflegt und zusätzlich die Möglichkeit bietet, sie für die weltweite (Fach-)Öffentlichkeit online verfügbar, zitierbar und nachnutzbar zu machen.

Urheberrecht

In Deutschland gilt das deutsche Urheberrechtsgesetz für die Nutzung von literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Werken, die die dort genannten Schutzvoraussetzungen erfüllen. Sofern den Nutzern dieser Werke nicht weitere Nutzungsrechte durch eine weiterführende Lizenz (z.B. durch eine Creative Commons Lizenz eingeräumt werden, ist die Nachnutzung der Werke nur im Rahmen der restriktiven Schrankenregelungen des deutschen Urheberrechtsgesetzes möglich. Ob Forschungsdaten dem Schutz des Urheberrechtsgesetzes unterliegen oder nicht ist davon abhängig, ob entweder die Anforderungen an die geistige Schöpfungshöhe oder die Voraussetzungen des Datenbankschutzrechts erfüllt werden. Da das Vorliegen der Voraussetzungen im Einzelfall geprüft werden muss, ist im Zweifelsfall die Beratung durch einen Fachanwalt empfehlenswert.

Um eine maximale Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Forschungsdaten zu gewährleisten, die prinzipiell dem Urheberrechtsgesetz unterliegen können, sollte die Vergabe von zusätzlichen Nutzungsrechten z.B. durch eine entsprechende Lizenzierung der Daten (z.B. durch Creative Commons Lizenzen) in Betracht gezogen werden. Die Vergabe solcher Lizenzen führt meist zu einer höheren Nutzung der Daten in der wissenschaftlichen Forschung und kann so zu einem Reputationsgewinn des Wissenschaftlers, auch über die Grenzen der jeweiligen Fachcommunity hinaus, beitragen.

Zertifizierung

Im Bezug auf Forschungsdaten bezieht sich dieser Begriff in der Regel auf Repositorien. Durch Einhaltung bestimmter Standards können Repositorien ein sogenanntes Zertifikat erhalten. Dadurch kann sowohl Qualität als auch Vertrauenswürdigkeit der Repositorien gesichert werden.

Zitierrichtlinien

Je nach Fachbereich und Forschungsdisziplin ist das Zitieren wissenschaftlicher Datenpublikationen unterschiedlich weit verbreitet. Das Thema der Zitation von Forschungsdaten wird derzeit von verschiedenen wissenschaftlichen Gruppierungen bearbeitet, so dass (noch) kein einheitlicher Standard existiert.

Info

Dieses Glossar basiert auf dem Glossar des RADAR-Projekts und auf Artikeln des Wikis forschungsdaten.org.

Bitstream Preservation

Digitale Daten bestehen aus einer festen Abfolge von Bits (sogenannter Bitstream), mit den Werten 0 oder 1 die auf einem Datenträger gespeichert werden. Bitstream Preservation ist die Fähigkeit, den Bitstream über einen Technologiewechsel hinaus zu erhalten. Sie ist eine Grundvoraussetzung für die digitale Langzeitarchivierung.

Creative Commons-Lizenzen

Um eine maximale Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Forschungsdaten zu gewährleisten, die prinzipiell dem Urheberrecht unterliegen können, kann die Vergabe zusätzlicher Nutzungsrechte z.B. durch eine entsprechende Lizenzierung der Daten in Betracht gezogen werden. Die Verwendung liberaler Lizenzmodelle, insbesondere der weltweit anerkannten Creative Commons (CC) Lizenzen, ist dabei eine Möglichkeit, Bedingungen für die Nachnutzung der publizierten Forschungsdaten nachvollziehbar festzulegen.

Data-Journal

Data-Journals publizieren Artikel (sogenannte Data Paper) die eine detaillierte Beschreibung von Datenerhebungsprozessen, Instrumenten und/oder Methoden dokumentieren. Die Datensätze selbst werden hier nicht gespeichert. Die Beschreibung der Datensätze dient zur bestmöglichen Nachnutzung der Daten.

Dateiformat

Wesentlich für die nachhaltige Archivierung von digitalen Daten ist die Entscheidung für das richtige digitale Format. Die Formatierung sollte, falls vorhanden, mit den nationalen oder internationalen Vorgaben der jeweiligen Fachdisziplin übereinstimmen. Um die Nachnutzbarkeit digitaler Daten sicherzustellen haben sich im Laufe der letzten Jahre einige Formate bewährt. Eine Übersicht bietet das RADAR-Projekt.

Datenarchiv

In Bezug auf digitale Forschungsdaten ist ein Datenarchiv eine Einrichtung, die Daten für einen längeren Zeitraum in ihrem Original-Zustand aufbewahrt. Werden zusätzlich Dienste wie die regelmäßige Migration in neuere Datenformate  oder die online-Publikation angeboten, handelt es sich um ein Repositorium. Häufig werden beide Begriffe aber auch synonym verwendet.

Datenbankschutzrecht

Das deutsche Datenbankschutzrecht orientiert sich an der Richtlinie 96/9/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 1996 über den rechtlichen Schutz von Datenbanken. Es bezieht sich nicht auf die Inhalte einer Datenbank, die wieder für sich genommen dem Urheberrecht unterliegen können, sondern auf die systematische oder methodische Zusammenstellung als solche. Das Datenbankschutzrecht schützt eine Datenbank für die Dauer von 15 Jahren vor ungenehmigter Nutzung und Vervielfältigung, sofern für ihre Erstellung eine "wesentliche Investition" von Geld, Zeit, Arbeitskraft usw. notwendig war (Erreichung der sogenannten "geistigen Schöpfungshöhe").

Datenmanagementplan (DMP)

Ein Datenmanagementplan beinhaltet und dokumentiert Art und Inhalte von Forschungsprojekten im Bezug auf den Umgang mit Forschungsdaten. Ein DMP wird im Idealfall vor Beginn eines Forschungsprojektes erstellt, ist aber ein dynamisches Dokument, dass sich im weiteren Verlauf des Projektes verändert.

Datenschutz

Unter Datenschutz werden technische und organisatorische Maßnahmen gegen den Missbrauch von personenbezogenen Daten verstanden. Ein Missbrauch liegt vor, wenn solche Daten unbefugt erhoben, verarbeitet oder genutzt werden. Geregelt ist der Datenschutz in der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutzrichtlinie), im Bundesdatenschutzgesetz und in den entsprechenden Gestzen auf Ebene der Bundesländer, z.B. im Niedersächsischen Datenschutzgesetz. In der Forschung fallen personenbezogene Daten insbesondere in medizinischen und sozialwissenschaftlichen Studien an. Die Verschlüsselung und Aufbewahrung an besonders gesicherten Orten ist hier zwingend erforderlich. Durch nachträgliche Pseudonymisierung oder Anonymisierung kann der Personenbezug aber soweit aufgehoben werden, dass sogar eine Publikation dieser Daten rechtlich möglich wird.

Datensicherung

Datensicherung ist die temporäre Duplizierung von Daten zur Vermeidung von Datenverlust aufgrund technischer Störungen. Die Datensicherung umfasst in der Regel die Synchronisation der aktuell verwendeten Arbeitsumgebung. Für bestmögliche Sicherheit sollten mindestens zwei Kopien an jeweils unterschiedlichen Orten existieren. Daten auf Servern des Rechenzentrums der Leibniz Universität Hannover werden auomatisch mehrfach gesichert.

Digital Object Identifier (DOI)

Ein DOI ist ein persistenter Identifier, der zur Zitierung und Verlinkung digitaler Objekte verwendet wird – er identifiziert das Objekt eindeutig und permanent. Ein DOI besteht aus einer zweigliedrigen Struktur, bestehend aus einem Präfix und Suffix, (z.B. DOI: 10.1000/123456). Weitere Informationen zur DOI-Registrierung von Forschungsdaten finden Sie beim DOI-Service der Technischen Informationsbibliothek.

Embargo

Ein (zeitliches) Embargo definiert einen Zeitraum, in welchem nur die Beschreibung (Metadaten) der Forschungsdaten öffentlich zugänglich sind, die zugehörige Daten aber noch nicht. Ein Embargo kann verwendet werden, wenn Forschungsdaten (z.B. im Rahmen eines Peer-Review-Prozesses) zeitverzögert publiziert werden sollen.

Enhanced Publication

Der Begriff 'Enhanced Publication' beschreibt die elektronische Publikation eines wissenschaftlichen Artikels, welche mit den dazugehörigen öffentlich zugänglichen digitalen Forschungsdaten verknüpft ist.

Forschungsdaten

Als Forschungsdaten werden alle Daten bezeichnet, die im Zuge wissenschaftlichen Arbeitens anfallen. Sie bilden die Grundlage aktueller und potentiell zukünftiger wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Forschungsdatenmanagement

Forschungsdatenmanagement beinhaltet die Organisation und Verwaltung digitaler Daten, die während eines Forschungsprozesses entstehen. Das schließt alle Tätigkeiten zur Planung von Forschungsaktivitäten, Erzeugung, Dokumentation, Analyse, Speicherung, Archivierung und Publikation digitaler Daten ein.

Gute wissenschaftliche Praxis

Die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis dienen als Orientierung im Rahmen wissenschaftlicher Arbeitsprozesse. In Deutschland sind diese Regeln z.B. in den Empfehlungen der Deuschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis zu finden. Empfehlung 7 beinhaltet dabei, dass "Primärdaten als Grundlagen für Veröffentlichungen auf haltbaren und gesicherten Trägern in der Institution, wo sie entstanden sind, zehn Jahre lang aufbewahrt werden" sollen. Damit soll gewährleistet sein, dass Forschungsergebnisse überprüfbar werden. Eine Publikation der Daten fördert zudem die Nachnutzbarkeit der Forschungsdaten.

Harvesting (Metadaten)

Bezeichnet das systematische und automatisierte Sammeln und Aufbereiten von Metadaten aus Datenbanken, Repositorien sowie anderen digitalen Quellen. Die Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und Nachnutzbarkeit der publizierten Forschungsdaten kann damit erhöht werden.

Langzeitarchivierung, funktionale

Die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten ist ein Verfahren, Daten für einen unbestimmten Zeitraum, über technologische und soziokulturelle Veränderungen hinaus, verfügbar und interpretierbar hält. Im Unterschied zur Datensicherung, müssen die Daten bei der Langzeitarchivierung jederzeit decodierbar und lesbar erhalten werden, und beispielsweise in andere Dateiformate migriert werden.

Metadaten

Metadaten werden oft als 'Daten über Daten' bezeichnet und dienen dazu, die unterschiedlichen Informationen zu digitalen Objekten zu kategorisieren und zu charakterisieren: Technische Metadaten beinhalten z.B. Angaben zu Datenvolumen und Datenformat und sind für eine nachhaltige Datenspeicherung von zentraler Bedeutung. Deskriptive Metadaten (auch beschreibende oder Content-Metadaten genannt) geben Auskunft über die in digitalen Objekten enthaltenen (z.B. wissenschaftlichen) Informationen und entscheiden damit über deren Auffindbarkeit, Referenzierung und Nachnutzbarkeit.

Persistent Identifier

Ein persistent Identifier ist ein permanenter Bezeichner einer digitalen Ressource. Er identifiziert die digitale Ressource dauerhaft und eindeutig und zeichnet sich durch eine strikte Trennung von Ressource und Standortreferenz der Ressource aus.Ein Digital Object Identifier (DOI) ist ein sogenannter persistent Identifier.

Primärdaten

Primärdaten werden oft synonym zu Forschungsdaten verwendet (siehe Forschungsdaten). In manchen Fällen bezieht sich der Begriff allerdings lediglich auf Rohdaten und nicht unbedingt auf bearbeitete Forschungsdaten.

Publikation von Daten

Um Daten zu publizieren, müssen Sie in einem geeigneten Repositorium abgelegt werden und dort über das Internet öffentlich abrufbar sein. Viele Repositorien bieten auch die Möglichkeit der Beschränkung des Zugangs auf bestimmte Personengruppen (z.B. nur Wissenschaftler) und der Zugänglichmachung auf Antrag und nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Urhebers der Daten. Um publizierte Daten langfristig zitierbar zu machen, sollten Sie über einen permanenten Link abrufbar sein. Dies wird durch die Vergabe eines persistenten Identifiers, z.B. eines DOI (Digital Object Identifiers) gewährleistet.

Repositorium

Als Repositorium wird eine Einrichtung bezeichnet, die digitale wissenschaftliche Objekte über einen unbegrenzten Zeitraum aufbewahrt, pflegt und zusätzlich die Möglichkeit bietet, sie für die weltweite (Fach-)Öffentlichkeit online verfügbar, zitierbar und nachnutzbar zu machen.

Urheberrecht

In Deutschland gilt das deutsche Urheberrechtsgesetz für die Nutzung von literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Werken, die die dort genannten Schutzvoraussetzungen erfüllen. Sofern den Nutzern dieser Werke nicht weitere Nutzungsrechte durch eine weiterführende Lizenz (z.B. durch eine Creative Commons Lizenz eingeräumt werden, ist die Nachnutzung der Werke nur im Rahmen der restriktiven Schrankenregelungen des deutschen Urheberrechtsgesetzes möglich. Ob Forschungsdaten dem Schutz des Urheberrechtsgesetzes unterliegen oder nicht ist davon abhängig, ob entweder die Anforderungen an die geistige Schöpfungshöhe oder die Voraussetzungen des Datenbankschutzrechts erfüllt werden. Da das Vorliegen der Voraussetzungen im Einzelfall geprüft werden muss, ist im Zweifelsfall die Beratung durch einen Fachanwalt empfehlenswert.

Um eine maximale Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Forschungsdaten zu gewährleisten, die prinzipiell dem Urheberrechtsgesetz unterliegen können, sollte die Vergabe von zusätzlichen Nutzungsrechten z.B. durch eine entsprechende Lizenzierung der Daten (z.B. durch Creative Commons Lizenzen) in Betracht gezogen werden. Die Vergabe solcher Lizenzen führt meist zu einer höheren Nutzung der Daten in der wissenschaftlichen Forschung und kann so zu einem Reputationsgewinn des Wissenschaftlers, auch über die Grenzen der jeweiligen Fachcommunity hinaus, beitragen.

Zertifizierung

Im Bezug auf Forschungsdaten bezieht sich dieser Begriff in der Regel auf Repositorien. Durch Einhaltung bestimmter Standards können Repositorien ein sogenanntes Zertifikat erhalten. Dadurch kann sowohl Qualität als auch Vertrauenswürdigkeit der Repositorien gesichert werden.

Zitierrichtlinien

Je nach Fachbereich und Forschungsdisziplin ist das Zitieren wissenschaftlicher Datenpublikationen unterschiedlich weit verbreitet. Das Thema der Zitation von Forschungsdaten wird derzeit von verschiedenen wissenschaftlichen Gruppierungen bearbeitet, so dass (noch) kein einheitlicher Standard existiert.